(zugegebenermaßen mit einiger Verspätung…)

Ich find’s voll gut, dass ich das gemacht und gewagt habe, das Strichcodefasten war auf alle Fälle eine interessante Erfahrung. Ich musste mehr darüber nachdenken, was ich esse und mehr planen, aber nach den ersten paar Tagen, wo ich echt ständig darüber nachgedacht habe, was ich als nächste Mahlzeit essen werde, ging das eigentlich ganz gut.

Gut war:

  • ich hab viel Frisches vom Markt gekauft und gegessen
  • als „Süßigkeiten“ gab es Nüsse und Obst, das überlebt man schon auch ne Zeit lang
  • ich hatte weniger Müll bzw. anderen Müll – er war viel durchsichtiger, weil selber hergestellte Sachen eher in Folien als in bedruckten Plastikverpackungen eingepackt sind. Und halt Biomüll.
  • ich hab sauleckere Sachen (wieder)entdeckt
  • Einkaufen ist mehr als „Lebensmittel beschaffen“, so hat uns z.B. eine Marktfrau immer mit guten Tipps fürs Wochenende versorgt. 🙂

Nicht zufriedenstellend war:

  • Biomüll. Es gibt keine Biotonne hier in der Stadt und ’nen Komposthaufen hab ich auch nicht. Ist zwar außerhalb der Fastenzeit auch so, aber während des Strichcodefastens hat mich das besonders gestört.
  • Inkonsequente Etikettierung. Warum hat der Naturjoghurt von der Molkerei einen Strichcode und der Heidelbeerjoghurt derselben Molkerei nicht?
  • Kaffee. Ich mag Milchkaffee halt einfach soo gern. Und ja, ich hab ein bisschen geschummelt. Aber im Café hat mein Kaffeeglas aber ja schließlich keinen Strichcode, oder? Einmal pro Woche hab ich mir nen Kaffee in meinem Lieblingscafé gegönnt, obwohl ich wusste, dass die Milch ’nen Strichcode hat. (Die Kaffeeverpackung hab ich dort nie gesehen.) Das war mein Kompromiss, mit dem ich leben konnte. Und dieser Kaffee war jedes Mal ein Fest!
    Wenn ich mich jedoch zwischen strichcodefreiem oder fair gehandeltem Kaffee entscheiden müsste, würde ich immer der fair gehandelten trinken. Der Strichcode als alleiniges Entscheidungskriterium über „erlaubt“ oder „nicht erlaubt“ macht für mich keinen Sinn (s.u.).
  • Bei Freunden essen. Bei Cornelia war das kein Problem, weil sie auch Strichcodes gefastet hat. Aber bei anderen Freunden war das schon manchmal bisschen verzwickt. Da habe ich teilweise dann nur strichcodefrei getrunken, manchmal hab ich auch schon vorher gegessen (oder nur den Nachtisch dort gegessen.) 🙂 Meine Freunde hatten aber meist weniger ein Problem damit als ich, dass ich inkonsequent esse. Und einmal war mir alles egal, nämlich als ich zum arabischen Abendessen eingeladen war.
  • Im Restaurant essen. Essen im Restaurant war ich in der Fastenzeit nicht nicht, und ich hab mir auch nur einmal spontan beim Bäcker ne Pizzaschnitte zum Abendessen geholt. Sonst hab ich es immer geschafft, mein eigenes Essen zuzubereiten (oder unterwegs halt nur Nüsschen und ne Banane zu essen). 😉

Mein Fazit also:

→ Leben ohne Strichcodes ist möglich!
→ Leben ohne Strichcodes ist lecker!
→ Leben ohne Strichcodes ist gesund!
→ Allein auf Strichcodes zu verzichten kann aber nicht die Lösung sein, ich muss schon auch mein Hirn einschalten (siehe Kaffee/Joghurt).

Wie geht es jetzt weiter?

Ich werde wieder alles essen, aber schon weiterhin hauptsächlich versuchen, möglichst direkt bei den Erzeugern einzukaufen. Nicht zwanghaft, aber wann immer es möglich ist. In diesem Sinne: Guten Appetit!

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